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Andere Symbole Lettlands Drucken E-Mail

Der nationale Vogel

Der lettische nationale Vogel ist die weiße Bachstelze (Motacilla alba, lettisch: baltā cielava). Dieser rastlose und lebhafte Vogel wird häufi g in Volksliedern als Symbol des Fleißes und der Arbeitsamkeit dargestellt. Er baut sein Nest gerne unter Dachsparren, in Holzstapeln oder in anderen von Menschen gefertigten Objekten. Häufi g kann man den Vogel rasch über den Boden trippeln sehen, wenn er Zweige für sein Nest sammelt oder Futter für seinen Nachwuchs sucht. Charakteristisch für die Bachstelze ist, dass sie ihren Schwanz schnell auf und ab bewegt. Die weiße Bachstelze ist von April bis Oktober ein häufi g anzutreff ender Bewohner Lettlands, sie überwintert aber in der Region des Mittelmeeres. Wegen ihrer Beliebtheit und symbolhaften Charakte- reigenschaften wurde die Bachstelze vom internationalen Vogelschutzrat 1960 zum nationalen Vogel Lettlands erklärt.

Das nationale Insekt

Das lettische nationale Insekt – der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata, lettisch: mārīte) – ist eine der beliebtesten Gestalten der Kindergeschichten und Märchen. Im Unterschied zur fl inken Bachstelze bewegt sich der Zweipunkt-Marienkäfer langsam und vorsichtig, er kann sich aber gut verteidigen. Die lettische Bezeichnung dieses Käfers mārīte stammt von dem Namen der vorchristlichen lettischen Göttin Māra, die die Fruchtbarkeit der Erde verkörpert. Der Zweipunkt-Marienkäfer wurde von der Lettischen Entomologischen Gesellschaft zum nationalen Insekt erkoren.

Die nationale Blume

Lettlands nationale Blume ist die Wiesen-Wucherblume - auch Wiesen-Margerite genannt (Leucanthemum vulgare, lettisch: pīpene). Sie blüht im Juni überall in der freien Natur und wird in die traditionellen Kränze zum Johannisfest (Jāņi) gefl o- chten. Die Wiesen-Wucherblume blüht bis zum September. Lettischen Blumen- freunden und Dekorateuren dient sie als ein beliebter Akzent beim Blumenschmuck oder in Blumensträußen zu verschiedenen Anlässen.

Die nationalen Bäume

Eiche (Quercus robur, lettisch: ozols) und Linde (Tilia cordata, lettisch: liepa) verkörpern das Männliche bzw. das Weibliche in der lettischen Folklore. Sie werden als nationale Bäume Lettlands angesehen und sind ein charakteristisches Merkmal der Landschaft. Beide Bäume haben eine bedeutsame Rolle im spirituellen Leben der alten Letten gespielt. Sie werden häufi g in Sagen, Märchen und lettischen Volksliedern (dainas) erwähnt und wurden traditionell für medizinische Zwecke verwendet. Noch heute sind Lindenblüten und Eichenrinde für Tees und medizinische Präparate beliebt. Im vorchristlichen Glauben der alten Letten war die Eiche ein heiliger Baum. Viele dieser uralten heiligen Bäumen stehen noch heute. Sie werden als „Großeichen” bezeichnet und als nationales Kulturgut gesetzlich geschützt. Eichenblätter werden in die traditionellen Johanniskränze gefl ochten, die von Männern namens Jānis zum Johannisfest (Jāņi) getragen werden. Die Eichenblätter sind ein häufi g vorkommendes Element in der lettischen Heraldik und dekorativen Kunst.

Der Bernstein

Bernstein spielt eine bedeutsame Rolle in der lettischen Geschichte und ist ein wesentlicher Teil der lettischen Kulturidentität. In alten Zeiten wurde Bernstein der Ostseeküste entlang gefunden und dem Wert des Goldes gleichgesetzt. Er wurde won Wikingern sowie Händlern aus weit entfernten Ländern wie Ägypten, Griechenland und dem Römischen Reich hoch geschätzt. Dies führte zur Entstehung der Bernsteinstraße zwischen Lettland und dem Schwarzen Meer. Die Letten bezeichnen die Ostsee häufi g als Bernsteinmeer (Dzintarjūra) und haben Bernstein als eines ihrer kulturellen Symbole gewählt.

Im Unterschied zu anderen Edel- und Halbedelsteinen hat sich der baltische Bernstein (Sukzinit) aus dem organischen versteinerten Harz von Nadelbäumen gebildet. Traditionell werden aus Bernstein Amulette, Anhänger, Knöpfe, Ketten und feine Schmuckstücke gefertigt. Da Bernstein die Körperwärme absorbiert und die Bernsteinsäure enthält, wird Bernstein noch heute zu medizinischen Zwecken eingesetzt. 2007 hat ein lettischer Wissenschaftler entdeckt, wie aus Bernstein hochtechno- logische Fasern und Gewebe für fortschrittliche medizinische Anwendungen gewon- nen werden können. Das hat auch die Modeindustrie dazu bewogen, neue Wege in der dekorativen Verwendung dieses uralten Naturschatzes der Ostsee einzuschlagen.

Das lettische Schicksalsymbol – die Daugava

Die Daugava ist nicht nur der größte, sondern auch der histo- risch bedeutsamste Fluss Lettlands. Die Daugava fl ießt durch die Hauptstadt Riga und bildet auf ihrem 375 km langen Weg durch die Mitte Lettlands die Grenze zwischen den histori- schen und kulturellen Regionen Livland (Vidzeme) und Lettgallen (Latgale) am rechten Ufer und Kurland (Kurzeme) und Semgallen (Zemgale) am linken Ufer. In der lettischen Literatur wird die Daugava als “Schicksalsfl uss” bezeichnet. Dank ihrer schicksalhaften Rolle in der Geschichte Lettlands ist die Daugava zum Th ema vieler Lieder, Gedichte und Geschichten geworden.

Die Daugava wurde zum ersten Mal von den Wikingern als ein Teil der Bernsteinstraße benutzt, einer wichtigen Han- delsroute, die die Länder um die Ostsee mit denen des Schwar- zen Meeres verband. Neben ihrer strategischen Rolle war die Daugava eine Hauptverkehrsader und wesentliche Erwerbsgrundlage für die Bevölkerung Lettlands. In den letz- ten Jahren wurde der Fluss Standort der lettischen Wasserkraftwerke und damit zu einer wichtigen Energiequelle.

Symbol der Unabhängigkeit

Das Freiheitsdenkmal oder Brīvības piemineklis wurde 1935 in der Hauptstadt Riga errichtet und ist das wichtigste Symbol der Unabhängigkeit Lettlands. Das Denkmal wurde vom lettischen Bildhauer Kārlis Zāle entworfen und vollständig aus Spenden der Bevölkerung fi nanziert. Es hat die ein halbes Jahrhundert dauernde sowjetische Besatzung überstanden und entwickelte sich in den späten 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einem Treffpunkt für die Unabhängigkeits- demonstrationen. Die Skulpturengruppen am Fuß des Denkmals stellen wich- tige Ereignisse aus der lettischen Geschichte dar. Die Frau- engestalt an der Spitze des Denkmals symbolisiert die Freiheit und Souveränität Lettlands. Sie hält drei Sterne über ihrem Kopf, die die drei historischen Gebiete Lettlands symbolisieren. Die Inschrift auf dem Denkmal („Tēvzemei un brīvībai“) bedeutet „Für Vaterland und Freiheit“. An Feierta- gen und anlässlich von Staatsbesuchen werden am Denkmal Blumen niedergelegt im Andenken an diejenigen, die ihr Leben für das Vaterland geopfert haben.

Das Johannisfest - Jāņi

Die Sommersonnenwende ist das älteste und beliebteste lettische Fest, das noch auf die heidnischen Traditionen der alten Letten zurückgreift. Das zweitägige Fest beginnt am 23. Juni, dem Līgo–Tag, und schlieβt den 24. Juni, den Johannistag oder Jāņi, ein. Die meisten Letten begeben sich zum Feiern aufs Land, wo die ganze Nacht hindurch zusam- men mit den Familienmitgliedern oder Freunden gefeiert wird. Haus und Vieh wird mit Wiesenblumen und Gräsern sowie Eichen- und Birkenlaub geschmückt. Auch die Feiernden schmücken sich selbst mit Blumenkränzen. Große Freuden- feuer (Johannisfeuer) werden angezündet, besondere Speisen vorbereitet, und Bier bereitgestellt. Um Untergang und Auf- gang der Mitternachtssonne zu feiern, wird gesungen und ge- tanzt. Die Natur erreicht zur Sommersonnenwende ihren Höhepunkt.

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Dieser Text wurde vom Lettland-Institut veröffentlicht. Er darf nur mit Zustimmung des Lettland-Institutes verwendet werden (außer zu lesen, von der Website vom Lettland-Institut zu drucken und zu zitieren). Das Lettland-Institut ist eine staatliche Einrichtung zur Verbreitung von Informationen über Lettland im Ausland. Es gibt Publikationen über Lettland in verschiedenen Sprachen heraus.