
Was ist die Bedeutung des lettischen Wortes für Bernstein – dzintars? Unsere Chormusik wird dem ausländischen Publikum als Dzintars Chor näher gebracht und Tanz wird von dem Kinder-Ensemble Dzintariņš präsentiert. Der Name unserer größten Parfümerie-Firma lautet Dzintars und wir lieben es, Dzintars-Käse auf unser Frühstücksbrot zu schmieren. Jeder von uns hat einen Dzintars oder eine Dzintra in ihrem Freundeskreis. Der Name ist genauso gewöhnlich bei uns, wie an der Küste des Dzintara jūra, dem Bersteinmeer zu leben, über das es so viele schöne Lieder gibt. Aber was ist dieser Sonennstein, der von den Strömungen der Ostsee liebkost wird? Weil der Bernstein hauptsächlich aus organischen Bestandteilen besteht, kann er Körperwärme aufnehmen und ist im Gegensatz zu anderen Schmuckstücken vergleichsweise einfach zu bearbeiten. Bernstein ist fossiles Harz. Die chemische Formel für Bernstein lautet C40H64O4, tatsächlich ist aber in der Realität jedes Stück Bernstein verschieden. Wie Bernstein gebildet wirdAls erstes tritt das Harz periodisch, häufig wiederholend und teilweise sehr intensiv aus den Bäumen aus und sickert an den Stämmen herab. Wenn das Harz später den Boden des „Bernsteinwaldes“ erreicht, finden in der trockenen, gut durchlüfteten Erde in Verbindung mit Sauerstoff physikalische und chemische Prozesse statt, wodurch das Harz hart und robust wird. In der dritten Stufe der Bernsteinbildung werden die bernsteinhaltigen Ablagerungen ausgewaschen, weitertransportiert und wieder in einem Gewässer abgelagert. Der Bernstein wurde von geformt, wenn das Harz in sauerstoffreichen und alkalischen Natriumverbindungen gewaschen wurde. Dieser Prozess führte zur Bildung von Bernsteinsäure und ihren Salzen. Ausgegrabenes oder ausgewaschenes Bernstein ist Gegensatz zu anorganischen Mineralien unter dem Einfluss von Sauerstoff instabil und veränderbar. Das Bernstein-ZeitalterBernstein befindet sich in den Ablagerungen verschiedener Zeitalter. Schon in den Gesteinsschichten des Mesozoikums befindet sich Bernstein. Die wichtigsten und häufigsten Funde stammen aber aus dem Tertiär. Der baltische Bernstein stammt aus dem Eozän und dem Oligozän und somit ebenfalls aus dieser Epoche. Unser Bernstein ist demnach also etwa 30-40 Millionen Jahre alt. Harz wurde auch im Paläozoikum von Pflanzen abgesondert, und einiges davon versteinerte auch, aber weil der Versteinerungprozess sehr lange andauerte, ist das Harz teilweise karbonisiert oder hat sich mit Kohle vermischt. Auch im Quartär versteinerte Harz an Orten mit geeigneten klimatischen Bedingungen. Da dieses Harz aber nicht alle charakteristischen Eigenschaften des Bernsteins aufweist, wird es Kopal, Dammer oder Kauri genannt. Arten des Bernsteins und ihre weltweite Verteilung Bernstein aus dem Mesozoikum findet man vorwiegend in Kreideschichten in Japan, Taimir, Libanon, Alaska, New Jersey, in der Schweiz und anderswo. Bernstein aus Zeiten vor dem Tertiär stammt wohl nur von Nadelbäumen. Als Beispiel dient Bernstein aus New Jersey, welcher verschiedene Farbabstufungen aufweist, die roter und dunkler sind als beim Baltischen Bernstein. Auf der anderen Seite ist der Bernstein aus Alaska undgewöhnlich transparent und intensiv gefärbt, wobei die Farbpalette von honiggelb bis schwarz reicht. Japanischer Bernstein hat häufig eine angenehme Karamell-Farbe. Es ist etwa 85 Millionen Jahre alt und tritt zusammen mit Meeresfossilien auf. Auf der russischen Halbinsel Taimir befinden sich wohl die größten Bernsteinvorkommen der Kreidezeit und im Libanon kann man die ältesten Bernsteine finden, die etwa 120-130 Millionen Jahre alt sind. Gemmologen interessieren nur wenige Bernsteinarten, welche als Rohmaterial für Schmuck in verschiedenen historischen Zeiten gedient haben. Diese wurden alle während des Tertiär gebildet: Baltischer Bernstein (Succinite), Rumänischer Bernstein (Rumenite), sizilianischer Bernstein (Simetite), burmesischer Bernstein (Burmite), und Bernstein aus Mexiko und der Dominikanischen Republik. Succinite weisen typischerweise honigfarbene Gelbtönungen auf und haben einen einzigartig hohen Bernsteinsäure-Gehalt von 2–8%. Der Begriff Rumenite wurde 1891 von Otto Helm für den rot-braunen Bernstein aus dem Buzeu-Tal eingeführt. Den Begriff für anderen rumänischen Bernstein zu verwenden ist nicht korrekt, da dieser meist hellgelb ist und innere Rissbildungen aufweist. Der Name Simetite leitet sich vom Fluss Simeto ab, entlang dessen Ufer man sizilianischen Bernstein finden kann. Dieser heutzutage sehr seltene Bernstein ist häufig fluoreszierend und weist eine ungewöhnlich Bandbreite von Farben auf. Burmite variert in seinen Farben von einem intensiven Braun bis zu wässrigen Gelb, wobei starke Gelb- und Grautöne niemals auftreten. Der hochwertigste ist der kirschrote Burmite. In der Literatur wird häufig die Eigenschaft des blau-grünen oder violetten Glimmens des Burmite im Tageslicht beschrieben. Obwohl der dominikanische Bernstein schon von Columbus erwähnt wurde, ist er erst in den vergangenen 20 Jahren etwas bekannter geworden. Die vor kurzem erst entdeckten Vorkommen sind sehr reichhaltig und liefern vergleichsweise große Exemplare. Er ist die weicheste Bernsteinart, aber in anderen Eigenschaften ähnelt der dominikanische Bernstein dem Simetite. Wo Bernstein benutzt wird?Am häufigsten wird Bernstein in Schmuck verarbeitet. Schon im Altertum wurden Bernstein-Anhänger, -Knöpfe sowie –Perlenschnuren und weitere aufwendigere Gegenstände gefertigt. Vor allem auch für religiöse Artefakte wurde Bernstein benutzt. Ebenso alt ist die Nutzung des Bernsteins für medizinische Zwecke. Bernstein wurde zur Behandlung von inneren und äußeren Beschwerden verwendet. In der Bernsteinsäure, die auf einzigartige Weise stimulierend wirkt, entdeckte man die heilenden Eigenschaften des Bernsteins. Da praktisch nur der baltische Bernstein eine signifikante Menge an Bernsteinsäure aufweist, kann man davon ausgehen, dass nur er diese heilenden Eigenschaften besitzt. Aber auch beim baltischen Bernstein ist der Anteil an Bernsteinsäure in jedem Stück verschieden. Die chemische Zusammensetzung des Succinite ist ein Grund, warum ein großer Anteil dieses Bernsteins chemisch verarbeitet wird. Reine Bernsteinsäure wird für Arzneimittel produziert und als strategisches Zubehör an atombetriebenen Unterseebooten sowie in den Maschinen von Raumfahrzeugen verwendet. Nebenerzeugnisse beinhalten Bernsteinöl und Bernsteinlack und werden für hochwertige Anstriche und Lackierungen benutzt. Bernsteinlack ist für die Restaurierung von vergoldeten Dächern von Baudenkmälern erforderlich. Die optischen Eigenschaften von Bernstein werden seit langer Zeit genutzt. Im Mittelalter wurden Brillen aus Bernstein hergestellt und heutzutage verwenden einige optisches Zubehör herstellende Betriebe Bernstein, um die Qualität der Linsen zu verbessern. Bernstein und insbesondere gepresster Bernstein oder Bersteinöl wird in elektronischen Anlagen als Isolationsmittel genutzt. Bernsteinkerne wurden auch in Geräten verwendet, die die Strahlenbelastung nach der Tschernobyl-Katastrophe gemessen hat Bernstein und seine Rolle in den alten Kulturen (in der Welt)Bei den großen Kulturen der Antike, wie Ägypten, Assyrien, Griechenland und Rom wurden unter den archäologischen Funden auch Bernsteingegenstände gefunden. Chemische Analysen haben gezeigt, dass es sich dabei um baltischen Bernstein handelt. Bernstein und Zinn waren die Güter, die bei den Völkern des Altertums ein Interesse für Nord- und Westeuropa hervorriefen. Der Umlauf dieser Rohstoffe belebte die Ausbreitung der Zivilisation. Die Welt der Bronzezeit wird durch bronzene Waffen und religiösem Bernsteinschmuck symbolisiert – den weltlichen und heiligen Schutz der Sicherheit. Bernstein wurde auf Listen gefunden, die von assyrischen Juwelieren etwa 1000 v. Chr. erstellt wurden. In den assyrischen Hauptstädten Assur und Babylon wurden in alten Tempel- und Turmfundamenten Perlenketten aus Bernstein ausgegraben. An den Ufern des Tigris in der Nähe der assyrischen Stadt Kalah wurde eine Statue des assyrischen Herrschers Assurnasirpal (883 – 859 v. Chr.) aus Bernstein gefunden. Die alten Griechen nannten Bernstein elektron (“Substanz der Sonne”) und die Eigenschaft des Bernsteins, sich aufzuladen und kleine Teilchen anzuziehen, führten später zum Namen “Elektrizität”. Viele Rosenkränze aus Bernstein wurden in den Ruinen von Mykene gefunden. Darüber hinaus schmückte Bernstein auch die Schultern und das Haar der Damen von Theben, aber am beliebtesten war Bernstein im alten Rom. Das archäologische Museum von L'Aquila in Italien besitzt Badzubehör, mythologische Figuren, Ringe und mehr. Besonders interessant ist eine, in vergleichweise kurzer Zeit (60-160 n. Chr.) angesammelte Sammlung aus Ringen mit weiblichen Köpfen. Der Wert von Bernstein im alten Rom wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass ein einzelnes Stück gleich dem Preis eines starken Sklaven war. Die römischen Damen trugen Bernstein am Ballen in der Handfläche und während der Regierungszeit von Nero war bernsteinfarbenes Haar besonders beliebt. Es gibt Grund zur Annahme, dass die Frauen des alten Rom dem Bernstein besondere mystische, rituelle und magische Kräfte beigemessen haben. Aber wie gelangte der Bernstein zu den Kulturen der antiken Welt? Die Bernstein – RoutenDas früheste Schriftstück, in dem der baltische Bernstein erwähnt wird, gehört zu den Schriften des Tacitus. Er erwähnt, das die Aesti das einzige Volk sind, welches diese Kostbarkeit aus der Ostsee einsammeln und weiterverkaufen. Weil der Bernstein durch die Hände vieler Mittelsleute entlang der Handelswege läuft, sind die griechischen und römischen Beschreibungen über die nordischen Herkunftsländer des Bernstein sehr ungenau und oft mystisch. Die Anhäufungen von Bernstein, die die Routen abstecken, entlang deren der baltische Bernstein in die Länder des Altertums gehandelt wurde, sind sehr viel klarer als ungenaue schriftliche Erwähnungen. Abgesehen von der Route, die aus Jütland wegführte, wo die Bernsteinquellen aber schon in den Jahrhunderten vor Christus Geburt versiegten, kamen alle späteren Routen aus dem Baltikum – von der Halbinsel Hela, der Kurischen Nehrung und der Küste von Kurzeme. Die von Herodotus erwähnte östliche Route führte durch das Asowsche und das Schwarze Meer zu den Staaten des Nahen Ostens. Die Weichsel-Dniester – Route brachte aus dem Osten Bernstein zu den Grenzen des Römischen Reiches an das so genannte Mährische Tor, welches den Zugang in das Herz des Reiches darstellte. Diese Senke verband den oberen Lauf der Oder (und Weichsel) mit den nördlichen Gegenden Mährens. Diese wird auch die Große Bernstein – Route genannt, die besonders geschäftig während der Regierungszeit von Kaiser Nero genutzt wurde. Dies war die Blütezeit des Bernsteins im Römischen Reich. Das Sammeln und die Nutzung des Bernsteins im BaltikumSchon in der Antike sammelten die entlang der Ostseeküsten lebenden Völker Bernstein nicht nur für den Handel, sondern fertigten daraus schmückende, heilende und religiöse Gegenstände. Die älteste Bernsteinfigur stellt ein Tier dar und stammt aus dem 7. oder 8. Jahrtausend vor Christus. In dem Gebiet des heutigen Lettland und Litauen begann die Bernstein-Bearbeitung im 4. Jahrtausend vor Christus. Die interessantesten Artefakte wurden in Sārnate, Lubāna, Juodkrante und unlängst auch in Purvciems (Ğipka) gefunden. Viele dieser Funde wurden in Ausgrabungen unter der Leitung von Dr hab. hist. Ilze Loze gemacht. Sie ist Mitglied der Lettischen Akademie der Wissenschaften, welches auch ein Mitglied des Bernstein-Komitees der International Union of Prehistoric and Protohistoric Sciences ist. Bernstein wurde auch als magische Zugabe mit heilenden Eigenschaften und als ein Bestandteil religiöser Rituale bei den benachbarten slawischen Völkern in Weißrussland und Polen genutzt. Mit der Eroberung des baltischen Raums durch die Kreuzritter im 13. Jahrhundert gingen auch die lokalen Traditionen des Bearbeiten von Bernstein zurück. Im Küstengebiet um Danzig führten die Herzöge von Danzig für sich ein Monopolrecht auf das Sammeln von Bernstein ein. Der Deutsche Orden, der die Kontrolle über Preußen übernommen hatte beschlagnahmte alle gesammelten Bernsteine. Einheimische, die ihr Bernstein nicht abgaben, wurden gehängt. Auch die lettischen Küstendörfer wurden mit Galgen für Bernsteindiebe “dekoriert”. Um den Diebstahl von unbearbeiteten Bernstein zu unterbinden, wurden die Werkstätten so weit wie möglich von den Sammelgebieten entfernt eröffnet: in Brügge im Jahr 1302, in Lübeck 1310, in Danzig 1477, in Elbing 1539 und in Königsberg 1641. Die Handwerkskammern produzierten hauptsächlich Rosenkränze. Die Technik des Bearbeitens von Bernstein wurde allmählich perfektioniert. Charakteristische Funde aus dem 17. und 18. Jahrhundert waren Bernsteinmosaike, eingelegte Muster und verschiedene Skulpturen. Dies war auch die Blütezeit des Bernsteinhandwerks, in der ein einzigartiger Bernsteinschrank und später das Bernsteinzimmer hergestellt wurden. Im 19. Jahrhundert wurde in Palmnicken (Jantarnij) vom Bernstein sammeln zum Bersteinabbau übergegangen. Dort gibt es die größten Bernsteinvorkommen weltweit, teils an der Meeresküste und teils im Meer. Zunächst wurde in Schächten abgebaut, aber später wurde der Tagebau entwickelt. Die Meeresströmung befördert noch immer Bernsteinklumpen von diesen Vorräten an die Küste von Litauen und Lettland. Die Abbaustelle wird von der Kaliningrader Bernsteinfabrik betrieben. Bernstein in der lettischen EthnografieAls im 19. Jahrhundert das Monopol des Bernstein Sammelns aufgehoben wurde, konnten die Küstenvölker nach Jahrhunderten des Verbotes ihre ethnografische Tradition des Bearbeitens von Bernstein wieder aufnehmen. Die Volkstrachten in den Küstengebieten bewahren drei typische ethnografische bernsteinerne Elemente, die kniepķeni, Broschen und Perlen. Die kniepķeni waren reich verziert und wurden zur Verschnürung der Öffnung der Frauenbluse am Nacken benutzt, ähnlich wie Manschettenknöpfe. Die Broschen, die zum Befestigen von verschiedenen Dingen auf den Trachten genutzt werden, sind aus purem Bernstein und mit an der linken Seite eingravierten traditionellen Mustern versehen. Gewöhnlich sind sie rund, aber es gibt auch herz- und blattförmige Exemplare. Es gibt auch Metallbroschen mit eingelassenen Bernstein. Bei den Perlen gibt es drei Formen: zylinderförmig, tonnenförmig und rund. Darüber hinaus wurden auch oft Bernsteinkreuze gefunden. Formen des baltischen Bernsteins und der Bernsteinverarbeitung99,8% des baltischen Bernsteins sind Succinite. Es gibt sehr seltene Funde von Beckerite und Stantienite. Die vorherrschenden Farbtöne unseres Bernsteins sind Gelb, die aber auch in Rot, Braun, Blau und Grün übergehen können. Die Transparenz wechselt ebenfalls – von klar und durchsichtig zu knochenweiß und lichtundurchlässig. Der Versuch, zwei identische Stücke Bernsteins zu finden wird niemals gelingen! Als Resultat aus unterschiedlichen chemischen Kompositionen, Unreinheiten und Dichte gibt es unzählige Kombinationen von Farbtönen und Transparenz. Heutzutage wird Bernstein von Kunsthandwerkern oder bestimmten Künstlern bearbeitet. Zeitgenössische Schmuckstücke weisen häufig noch ethnografische Traditionen auf, die von den Bewohnern der Küste West-Kurzemes bewahrt wurden. Doch auch moderne Trends werden in den Schmuck verarbeitet. Es gibt eine Schule für Bernsteinarbeiten in Rīga, an der metallische Elemente ebenso wichtig sind und eine Schule in Liepāja, an der der einzigartige Charakter des Bernsteins hervorgehoben wird. Kunsthandwerker werden heutzutage in Liepāja ausgebildet. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangten viele Familien entlang der Küste von Liepāja ihr Haupteinkommen durch das Sammeln von Bernstein. Die größten Stücke Bernstein wurden in Preußen gefunden: ein 6.750 Gramm schweres Stück im Jahr 1803 und 1860 tauchte ein 9.700 Gramm schwerer Bernstein auf. Mittelalterliche Quellen sprechen von noch größeren Fundstücken – 12 und 16 Kilogramm schwere Klumpen Bernstein soll es gegeben haben. Das Bernsteinmuseum in Kaliningrad besitzt ein 4.280 Gramm schweres Stück aus den 50er Jahren des letzten Jahrunderts. Der größte Fund der heutigen Zeit stammt aus Sarawak in Malaysia, wiegt über 50 Kilogramm und befindet sich im Museum für Naturgeschichte in Stuttgart. Einschlüsse in Bernstein (Inklusen)Etwas einzigartiges des Bernsteins sind seine Einschlüsse, die Inklusen genannt werden und denen besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Den größten Anteil an Inklusen nehmen mit ca. 80% Insekten ein. Das duftende Harz lockt die kleinen Bewohner des “Bernsteinwaldes” an und konserviert sie über Jahrhunderte, gefangen als Zeugnis der Insekten-Fauna ihrer Zeit. Spinnen sind ebenfalls in den Inklusen zu finden, und es gibt auch einzigartige Fünde mit in den Bernstein eingeschlossenen Eidechsen und Fröschen. Natürlich werden auch Fälschungen von Einschlüssen in Bernstein verkauft. Pflanzenreste sind häufig in Bernsteineinschlüssen zu finden, diese sind aber sehr schwer zu bestimmen. Sie werden dazu genutzt, sich ein Bild davon zu machen, wie die Landschaft im “Bernsteinwald” aussah. So wurden zum Beispiel Rückstände der Sumpfzypresse in Europa und Amerika gefunden, was vermuten lässt, dass das Harz der Sumpfzypresse auch Bernstein gebildet hat. Mit Hilfe der Inklusen kann man das Alter des Bernsteins bestimmen. Darüber hinaus gibt es Inklusen mit Mineralstoffen und Erde. Wo kann Bernstein gesehen und erworben werden?Die größte Sammlung von baltischen Bernstein befindet sich im Bernsteinmuseum in Palanga. Leider gehört dies seit den Grenzverschiebungen 1921 nicht mehr zu Lettland. Das Lettische Naturmuseum besitzt aber auch eine verhältnismäßig große Sammlung. Die größten archäologischen und ethnografischen Bernsteinsammlungen gibt es im Museum für Kunst und Geschichte in Liepāja, im Lettischen Geschichtsmuseum und im Lettischen Institut für Geschichte. Diese werden aber nur teilweise ausgestellt, so dass besonders interessierte Besucher sich vorher anmelden sollten. Bearbeiteten Bernstein kann man in vielen Souvenir- und Kunstläden in Rīga und anderen Städten kaufen. Insbesondere während der Urlaubszeit wird Bernstein auch in Pärken und auf großen Plätzen, hauptsächlich in der Altstadt von Rīga, angeboten. © Text: Anita Saulīte, das Naturmuseum Lettlands, 2006 © Das Lettland-Institut Dieser Text wurde vom Lettland-Institut veröffentlicht. Er darf nur mit Zustimmung des Lettland-Institutes verwendet werden (außer zu lesen, von der Website vom Lettland-Institut zu drucken und zu zitieren). Das Lettland-Institut ist eine staatliche Einrichtung zur Verbreitung von Informationen über Lettland im Ausland. Es gibt Publikationen über Lettland in verschiedenen Sprachen heraus.
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